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>> Gründungsgeschichte des Frauenbundes Ingolstadt Stamm1907

 

(Dr. Regina Schnell im Juni 2009)
Im November des Jahres 1906 traf sich das „vorbereitende Komitee“, um in Ingolstadt einen Katholischen Frauenbund zu gründen. Ihm gehörten an: Die Bundesvorsitzende des deutschen Katholischen Frauenbundes aus Köln, Frau Emilie Hopmann, und ihre Generalsekretärin, Frau Isabella Freiin von Carnap, die Vorsitzende des Bayerischen Landesverbandes Frau Ellen Amann aus München und die beiden Ingolstädterinnen, Frau „Postamtsdirektor“ Mayer und Frau „Oberstabsarzt“ Nagel. Und so konnte man im Januar 1907 in der „Ingolstädter Zeitung“ lesen:


Aufruf an die verehrlichen Frauen von Ingolstadt! 


Die gegenwärtige Frauenbewegung erfasst immer weitere Kreise. Dringt ja doch die Überzeugung immer weiter vor, dass eine Fülle von Fragen, die die Fraueninteressen aufs Innigste berühren, auf sozialem, charitativem und wissenschaftlichem Gebiet der Lösung harren… Nur eine Organisation, die die Gesamtheit der Frauenwelt zu einer imponierenden Macht vereinigt, wird auf Erfolge in den weitverzweigten Gebieten der Frauenfrage rechnen können. Von dieser Überzeugung durchdrungen hat sich…teils im katholischen, teils im evangelischen Frauenbunde…bereits eine stattliche Schar von edeldenkenden Frauen in verschiedenen Städten Deutschlands organisiert, um, im Gegensatz zu anderen in religiöser Beziehung mindestens indifferenten Frauenverbänden, auf christlicher Grundlage zu den unabweisbaren Problemen der Frauenbewegung Stellung zu nehmen. Es soll der Versuch gemacht werden, auch die verehrliche Frauenwelt von Ingolstadt in das große Ringen der Zeit einzuführen. Es soll ein Zweigverein des Katholischen Frauenbundes dahier ins Leben gerufen werden. Zu diesem Zweck soll Sonntag, 6. Januar, nachmittags ½ 5 Uhr im Saal des “Weinrestaurants Diepold“  eine öffentliche Versammlung der verehrlichen Frauen unserer Stadt veranstaltet werden. Das unterfertigte Komitee gibt sich die Ehre, die verehrlichen Damen von Ingolstadt, welchen Gesellschaftskreisen sie auch immer angehören mögen, zu zahlreichem Besuche dieser Versammlung höflichst einzuladen.
Unterschrieben: Das vorbereitende Komitee

 

So wurde am Dreikönigstag des Jahres 1907 der „Katholische Frauenbund Ingolstadt Stamm“ gegründet. Zur Ersten Vorsitzenden wählten die hundert Vereinsgründerinnen Frau „Oberstabsarzt“ Nagel. Der Vereinszweck lautete: „Förderung der Frauenbewegung auf allen Gebieten nach katholischen Grundsätzen“.
Da aber diese erste Zusammenkunft nach Ansicht der Veranstalterinnen nicht genügend Resonanz bei den Ingolstädterinnen gefunden hatte, weil nur 100 Frauen(!) Mitglied wurden, startete man gleich 5 Wochen später erneut eine Einladung zu einem öffentlichen Vortrag in der „Ingolstädter Zeitung“ mit dem damals bekannten Redner und  Sozialpolitiker P. Benno Auracher O.C., der sprechen sollte „über Ziel, Zweck und Bedeutung des Katholischen Frauenbundes zur Begeisterung der im Bunde Arbeitenden, zur Aufklärung der Zweifelnden und zum Unterricht für alle.“ Auch die „Herren“ waren „angelegentlich“ eingeladen.
Pater Auracher formulierte in seiner progammatischen Rede:
„Wir wollen aus Frauen nicht halbe Männer, sondern ganze Frauen machen, die alle guten Eigenschaften des Geistes und des Herzens in die Waagschale legen gegenüber der geistigen Obstruktion, gegenüber dem Unglauben“.


Zielvorstellungen 1907 – teilweise durchaus noch aktuell


Der 1907 neu gegründete Frauenbund Ingolstadt Stamm setzte sich folgende Schwerpunkte:


Erstens: Alle Frauen sind gleich, unabhängig von ihrem gesellschaftlichen Herkommen und Stand - dies war damals noch keine Selbstverständlichkeit. Gleichheit aller Frauen!


Zweitens: Der Frauenbund unterstützt die Forderungen
- nach einer Berufsausbildung von Mädchen und Frauen
- nach einer Aus- und Weiterbildung der Hausfrau und des damals noch üblichen Hauspersonals

- Bildung und Ausbildung für alle Mädchen und Frauen!


Drittens: Es wird ein öffentliches Diskussionsforum geschaffen, das ein Mitspracherecht für Frauen in allen öffentlichen Bereichen und Belangen einmahnt. Öffentliches Mitspracherecht für Frauen!


Viertens: Das soziale Engagement der Frau für ihre Mitbürger soll öffentlich zum Tragen kommen.
Öffentliche Anerkennung des sozialen Engagements von Frauen!


Fünftens: Das Glaubensleben der Frau und der Familien soll durch Vorträge, Wallfahrten, Messfeiern, Andachten und Gebete Unterstützung finden. Unterstützung für das Glaubensleben in den Familien!


Sechstens: Mütter finden Hilfen in Erziehungsfragen in weltlicher und religiöser Hinsicht.
Unterstützung in Erziehungsfragen!


Siebentens: Durch Vorträge und Seminare soll den Frauen Wissen und Können aus den verschiedensten Gebieten vermittelt werden. Weiterbildungsangebote für Frauen!

 

 

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